Das RAW muss erhalten bleiben, weil mit diesem Ort nicht nur Gebäude, sondern gewachsene kulturelle Ökosysteme verbunden sind. Gerade für eine Stadt wie Berlin wird der Wert urbaner Räume nicht vornehmlich durch Verwertung, sondern durch Subkultur, Vielfalt und kulturelle Öffentlichkeit bestimmt. Problematisch ist, dass der sogenannte Bauturbo den Druck auf bestehende Kulturorte erhöht, Entwicklungsinteressen schneller und zulasten gewachsener kultureller Nutzungen durchzusetzen. Der Bund ist deshalb gefordert, über Baugesetz-Reformen und Instrumente wie Kulturraumschutzgebiete die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Bestandserhalt und gemeinwohlorientierte Lösungen Vorrang vor Abriss erhalten.“

LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)

Seit Monaten ist das »Soziokulturelle L« auf dem RAW-Gelände von der Räumung bedroht – darunter das Cassiopeia, das Crack Bellmer sowie zahlreiche weitere Veranstaltungsorte, Bars und soziale wie kulturelle Projekte. Diese Orte und ihre Nutzung müssen unbedingt gesichert werden, sie sind wichtiger Bestandteil der kulturellen Infrastruktur Berlins und prägen diese weit über den Kiez hinaus. Ihr Erhalt muss deshalb fester Bestandteil der weiteren Entwicklung des Geländes sein und darf nicht durch rein wirtschaftliche Interessen verhindert werden.“

MUSICBOARD

Dem RAW-Gelände in Berlin, einem der größten Kulturareale des Landes, droht die Räumung.In München kennen wir den Druck auf Kulturorte ebenso. Wer Stadtentwicklung allein am Bodenwert misst, verliert langfristig das, was Städte lebendig und unverwechselbar macht. Kultur schafft Begegnung, gesellschaftlichen Zusammenhalt, kreative Innovation und Identität. Der Verlust solcher Orte ist bei Weitem kein lokales Problem, sondern der schleichende Abbau kultureller Infrastruktur in deutschen Städten. Über Jahrzehnte gewachsene Netzwerke lassen sich nicht neu errichten, wenn sie einmal zerstört wurden. Der Erhalt des RAW ist deshalb weit mehr als die Sicherung eines einzelnen Standorts – er ist ein Bekenntnis zum Wert von Kultur als Herzstück einer lebendigen und zukunftsfähigen Stadt.

Verband der
Münchner Kulturveranstaltenden e.V. (VDMK)

Die Clubcommission steht an der Seite der akut bedrohten Clubs und Kulturorte auf dem RAW. Diese Orte machen Berlin mit aus. Eigentümerin, Land und Bezirk waren sich längst einig, das Areal zu entwickeln und seine gewachsenen Kulturorte behalten. Wir fordern, dass alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden und eine Lösung finden, den Fortbestand der Clubs und Kulturorte zu sichern. Entwicklung und Kultur sind kein Gegensatz. Wenn alle zusammenwirken, kann das RAW zeigen, wie Stadtentwicklung in Berlin gelingt.“

Clubcommission

Astra, Urban Spree, Cassiopeia – das sind keine Clubs, das ist die DNA dieser Stadt. Wer das RAW opfert, löscht nicht nur ein Gelände, sondern einen der letzten Funken Widerstandsgeist. Intelligente Lösungen gibt es, aber die brauchen Mut – und den hat die Politik bisher nur für Abrissbirnen.“

GANGWAY e.V

Das RAW ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Freiraum für Kultur, Soziales und Sport und prägt Berlins Identität – dieser Ort darf nicht verschwinden! Wir stehen solidarisch an der Seite vom Cassiopeia und allen bedrohten Projekten. Wie viel Raum will sich Berlin noch nehmen lassen?“

ACUD MACHT NEU e.v.
Kunsthaus ACUD

„Das RAW ist kein Freizeitpark, den man einfach woanders neu hinbaut. Was hier gewachsen ist, haben Künstler aufgebaut – für alle. Wir verlieren seit Jahren Berlins kulturelles Fundament, eins nach dem anderen. Jetzt steht das RAW auf der Kippe und die Politik redet, während der Investor handelt. Ohne Subkultur ist Berlin nur eine teure Stadt, wie jede andere auch. Abriss ist keine Stadtentwicklung. Es ist Gedächtnislosigkeit.“  

Quadrakey – Tooman Records

„Das RAW Gelände ist weit mehr als eine Ansammlung von Clubs. Es ist einer der letzten Orte in Berlin, an dem unabhängige Kultur, queere Communities, Künstler*innen und selbstorganisierte Initiativen nebeneinander bestehen und wachsen können. Solche Räume lassen sich nicht einfach ersetzen, wenn sie einmal verloren sind. Berlin hat in den vergangenen Jahren bereits zu viele unabhängige Kulturorte verloren. Mit jedem weiteren verschwindet ein Stück der Vielfalt, Offenheit und Freiheit, die diese Stadt geprägt haben. Das RAW zu erhalten bedeutet nicht, an der Vergangenheit festzuhalten, sondern die Voraussetzungen dafür zu sichern, dass auch zukünftige Generationen Kultur und Gemeinschaft selbst gestalten können.“

GEGEN BERLIN

„Die Live-Clubs des Landes sind eine essentielle Kultur-Schnittstelle für Bands, Publikum und Crews, die weit mehr tun, als „nur“ für gute Momente an einem Abend zu sorgen. Sie schaffen Verbundenheit für immer, sozialen Austausch und supporten die Laufbahn von Musikschaffenden. Das wunderbare Cassiopeia in Berlin ist genau so ein Ort. Wir solidarisieren uns mit dem wichtigen Kulturstandort RAW und allen Einrichtungen samt Cassiopeia und möchten die Eigentümer, den Berliner Senat und die politisch Verantwortlichen bitten, die Räumung umgehend zu stoppen!

DONOTS

„Berliner Kunst- und Kulturräume fungieren als unersetzbare Inkubatoren für gesellschaftliche Innovation sowie als Testläufe für gelebte Inklusion und Teilhabe. Wer diese Freiräume rücksichtslos wirtschaftlichen Profitinteressen opfert, beraubt die Stadt ihrer sozialen Identität und fördert eine gefährliche Spirale der Ausgrenzung. Wer Rendite über Partizipation stellt, befeuert somit eine kulturelle Verarmung und entledigt sich mutwillig einer wichtigen innovativen Schnittstelle der Demokratie. Der Erhalt solcher (Kultur) Räume ist von daher keine von Nostalgie geprägte Spielerei, sondern eine zwingende politische Notwendigkeit, um persönliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit in Berlin im Sinne der Inklusion nachhaltig zu sichern.“

INKLUSION MUSS LAUT SEIN

„Das RAW-Gelände ist nicht einfach ein Ort in Berlin. Es ist ein Stück gelebte Clubkultur. Ein Raum für Musik, Begegnung, Subkultur, Experimente, Sport, Kunst und alles, was nicht in glatte Verwertungslogik passt. Aktuell steht genau dieser Ort unter Druck. Clubs und soziokulturelle Einrichtungen sind von Räumung bedroht. Im Kern geht es um die Zukunft eines der wichtigsten Kulturareale Berlins und um die Frage, wie viel Freiraum diese Stadt noch behalten darf, wenn Immobilieninteressen immer weiter vorrücken. Ja, es ist inzwischen Bewegung in den Prozess gekommen. Die Gespräche zwischen Eigentümerseite, Bezirk und Beteiligten laufen wieder. Aber eine Schließung oder Verdrängung der bestehenden Orte ist damit noch lange nicht vom Tisch. Wir sind das Wurzelfestival. Wir kommen aus Untergrund, DIY, Gemeinschaft und Kultur von unten. Deshalb stehen wir solidarisch an der Seite der Menschen, die für den Erhalt des RAW-Geländes kämpfen.“

WURZELFESTIVAL